The Raid

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Lieber mit einer kräftigen Drehung das Genick brechen als den Kopf vom Rumpf schießen: Der indonesisch-US-amerikanische Actionfilm "The Raid" über einen desaströsen Polizeieinsatz gegen einen mächtigen Gangsterboss schwelgt in grausamer Kampfkunst. Nachwuchsregisseur Gareth Evans legt eine Nummernrevue des Knochenbrechens und Blutverspritzens nach der Dramaturgie eines Computerspiels vor, die sich vor allem an eingefleischte Martial-Arts- und Slasher-Fans wendet.

Nur "den Finger krumm machen", den Abzug durchdrücken, ist Mad Dogs (Yayan Ruhian) Sache nicht. Demonstrativ legt der psychopathische Killer mit der wilden, zerzausten Mähne seine Pistole beiseite, bevor er sich mit dem unbewaffneten und schon arg blessierten Polizeioffizier Jaka (Joe Taslim) ein Duell auf Leben und Tod liefert - nach den Regeln des "Silat Pencak".

Fast die ganze zweite Hälfte von "The Raid" ist damit beschäftigt, die indonesische Variante asiatischer Kampfkunst in möglichst spektakulären und brutalen Posen zu feiern, der Ehrenkodex dient als Alibi. Perlen des Actionkinos mögen solche Szenen sein, wenn man internationalen Lobeshymnen auf "The Raid" glauben will. Doch perfekte Handkantenschläge und Fußtritte allein machen noch keinen gelungenen Film aus.

Dabei beginnt "The Raid" außerordentlich vielversprechend. Eine Spezialeinheit der indonesischen Polizei soll ein heruntergekommenes Hochhaus stürmen, um den darin logierenden kaltblütigen Drogenboss Tama (Ray Sahetapy) zu verhaften oder zu töten. Grandios fotographiert Kameramann Matt Flannery die Fahrt der Polizisten durch Nieselregen zum Einsatzort. Packend sind die ersten Gefechte mit Tamas Männern im Hochhaus, das sich als elektronisch überwachte Festung entpuppt, sowie die Andeutungen einer Komplizenschaft der Polizeiführung mit dem Bösewicht. Und wenn sich abzeichnet, was den Polizisten Rama (Iko Uwais) ausgerechnet mit Andi (Donny Alamsyah), Tamas rechte Hand, verbindet, meint man, der Film habe nun nicht nur seine Tonlage, sondern auch seine Geschichte gefunden.

Doch so großartig Regisseur Gareth Evans als Kampf-Choreograf ist, so lausig ist er als Erzähler, unfähig zu Charakterzeichnung und Spannungsaufbau. "The Raid" wird gern mit "Stirb langsam" verglichen. Aber die seltsam introvertierte, von Bruce Willis verkörperte Figur John McClane, die diese Filmreihe trägt, findet hier niemand Ebenbürtigen. Im wahrsten Sinne des Wortes nur mit schnellen, schockhaften Kicks führt Evans einen epischen Showdown zwischen Mad Dog auf der einen und Rama und Andi auf der anderen Seite herbei, wobei jedes der 30 Stockwerke des Hochhauses mit seinem besonderen Gefährlichkeitsgrad einem Level in einem Computerspiel zu gleichen scheint. Wer nicht Martial-Arts- oder Slasher-Anhänger ist, wird daran kaum Vergnügen finden.


Filminfo

Filmbewertung akzeptabel
Filmname The Raid
Originaltitel Serbuan maut
Starttermin 12.07.2012
Regisseur Gareth Evans
Genre Action
Schauspieler Iko Uwais
Schauspieler Donny Alamsyah
Schauspieler Yayan Ruhian
Entstehungszeitraum 2011
Land RI
Freigabealter 18
Verleih Koch Media
Laufzeit 100 Min.

Weiterführende Links zum Film

Facebookseite "The Raid"
Homepage Koch Media
Andreas Günther,
teleschau - der mediendienst

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