The Avengers

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"Wir haben den Hulk", sind die Avengers selbstbewusst. Eigentlich kann nichts passieren. Doch Dr. Bruce Banner (Mark Ruffalo) will partout nicht zum grünen Wutmonster werden. Und auch seine Kollegen sind sich gar nicht so sicher, ob sie überhaupt antreten wollen zum größten Kampf, den das Kinopublikum in diesem Jahr zu sehen bekommt. Dabei braucht die Welt Superhelden. Unbedingt. Aber wer ist heutzutage noch bereit, diesen Beruf im Sinne des Allgemeinwohls auszuüben? Das lang erwartete Gipfeltreffen von Marvels Superhelden-Riege "The Avengers" ist, zumindest in der ersten Stunde, ein Film über Verantwortung, die niemand übernehmen will. Bis sich Captain America, Iron Man, Thor, Hawkeye und Black Widow besinnen. Und Bruce Banner doch noch richtig schön wütend wird. Seit 2008 schickt die Comic-Schmiede Marvel ihre Superhelden in Eigenproduktionen auf die Leinwand: Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), der unglaubliche Hulk (Mark Ruffalo) und Captain America (Chris Evans) bestritten sozusagen das (finanziell unglaublich erfolgreiche) Vorprogramm. Richtig zur Sache geht's aber erst jetzt. Und das ist zunächst einmal ungemein komisch - nicht zuletzt ein Verdienst von Joss Whedon. Der Drehbuchautor und Regisseur stellte den versammelten Selbstdarstellern eine perfekte Spielwiese bereit, auf der sie sich nach Herzenslust austoben können. Superkräfte werden offensichtlich nur mit Mega-Ego ausgeliefert. Thor, Iron Man und Captain America sind erstmal damit beschäftigt, ihr Revier abzustecken: mit großer Arroganz und infantiler Verbissenheit. Ihre selbstironischen Wortgefechte über alte Werte und neue Wertlosigkeit sagen nicht nur eine Menge über ihr Selbstbild aus, sondern auch über den Zustand der Welt, die immer verrückter wird und in der Held zu sein nicht mehr erstrebenswert ist. Es reicht aus, dass man sich gut selbst darstellen und vermarkten kann. An einer aktiven Mitgliedschaft bei S.H.I.E.L.D. sind sie nicht interessiert. Dabei braucht die von Nick Fury (Samuel L. Jackson) geleitete Geheimorganisation dringend schlagkräftige Mitstreiter. Und Furys Gehilfin Black Widow (Scarlett Johansson) gibt sich auch alle Mühe, neue Helden zu rekrutieren. Da die aber nicht wollen, haben Superschurken wie Thors Bruder Loki (Tom Hiddleston) leichtes Spiel. "Freiheit ist nur eine Illusion", weiß Loki und hat damit nicht unrecht. Bei einem bemerkenswerten Auftritt in Stuttgart zeigt sich, dass die Menschen vor allem hörig sind. (Dass die schwäbischen Bahnhofsgegner den außerparlamentarischen Protest der Neuzeit erfunden haben, wussten die Amerikaner offensichtlich nicht). Zusammen mit einer finsteren Heerschar, die aus einem "Stargate"-Portal aus einer fernen Galaxie anreist, will sich die beleidigte, gnatzige Gottheit die Erde untertan machen. Und fängt damit beim Präzisionsbogenschützen Hawkeye (Jeremy Renner) an. Noch so ein Superheld, aber ausnahmsweise einer, der es auch sein möchte. Es tummeln sich eine Menge Figuren in diesem Treffen der Giganten, und jede ist wichtig. Den Überblick verliert man trotzdem nicht, und man muss auch die "Einführungsfilme" nicht gesehen haben, um der Story zu folgen. Die ist übrigens recht stimmig und gar nicht so einfältig und oberflächlich, wie man bei einem Spektakel-Movie erwarten würde. Im Gegenteil, es werden jede Menge Konflikte ausgetragen, es gibt hübsche Querverweise auf aktuelle irdische Probleme, und es müssen Männer dann doch zu Helden werden - oder zu Monstern. Loki, der große Manipulator, lässt Dr. Banner irgendwann die Contenance verlieren: Mark Ruffalo ist als Darsteller neu dabei. Er hat die Rolle von Edward Norton geerbt und macht Dr. Bruce Banner zu einem hinreißenden Schluffi von Wissenschaftler, dem man die Verwandlung nun wirklich nicht zutraut. So ist dann irgendwann alles angerichtet, für einen Showdown, der sich gewaschen hat. Manhattan wird nach allen Regeln moderner CGI-Kunst zerlegt. Das ist ein hübsches 3D-Spektakel, aber leider viel zu ausführlich geraten. Schade, weil in der zweiten Hälfte des Films Witz und Charme im Getöse untergehen und die Superhelden zu bloßen Kampfmaschinen degradiert werden. Aber auch weil die ausgiebigen Schlachten in Häuserschluchten, der unbedingte Wille zur größtmöglichen Zerstörung, optisch zu stark an die letzte "Transformers"-Orgie erinnert. In dieser Hinsicht befolgt Joss Whedon die Gesetzmäßigkeiten des Blockbusterkinos etwas zu penibel und reizt das Potenzial seiner Helden nicht aus. Aber auch wenn die Avengers in gewisser Weise die Handbremse angezogen haben: Sie nehmen ordentlich Fahrt auf. Und machen Lust auf mehr.
Trailer


Filminfo

Filmbewertung überzeugend
Filmname The Avengers
Originaltitel The Avengers
Starttermin 26.04.2012
Regisseur Joss Whedon
Genre Action
Schauspieler Robert Downey Jr.
Schauspieler Chris Evans
Schauspieler Scarlett Johansson
Entstehungszeitraum 2012
Land USA
Freigabealter 12
Verleih Disney
Laufzeit 148 Min.

Weiterführende Links zum Film

Homepage des Films
Homepage des Verleihs
"Marvel's The Avengers" bei Facebook
Fanpage Robert Downey Jr. (engl.)
Fanpage Scarlett Johansson (engl.)
Fanpage Chris Evans (engl.)
Andreas Fischer,
teleschau - der mediendienst

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