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Der Rekord fiel schnell: Nur ein halbes Jahr lang durften sich die Macher von "Harry Potter und der Stein der Weisen" (2001) rühmen, den Film gemacht zu haben, der am Eröffnungswochenende mehr Geld einspielte als alle anderen zuvor. Und dann kam "Spider-Man". Der erste Film, der die 100-Millionen-Dollar-Hürde am ersten Wochenende nahm. Erst zwei Jahre später konnte die Comic-Verfilmung von Sam Raimi getoppt werden - von der eigenen Fortsetzung, "Spider-Man 2". Mit anderen Worten: Erfolgreicher hätte die Trilogie mit Titelheld Tobey Maguire, die 2007 mit "Spider-Man 3" schloss, kaum laufen können. Und die Erwartungen an das Reboot "The Amazing Spider-Man" und dessen Hauptdarsteller Andrew Garfield könnten kaum höher sein.
Die Frage, wie notwendig der Neustart der Spider-Man-Saga fünf Jahre nach Abschluss der ersten Trilogie ist, muss sich "The Amazing Spider-Man" wohl oder übel gefallen lassen. Denn im Kern erzählt Regisseur Marc Webb in seinem zweiten Film nach der Independentromanze (!) "(500) Days of Summer" (2009) die gleiche Geschichte, die vor zehn Jahren die Massen in die Kinos lockte: Die des schüchternen Waisenjungen Peter Parker, der von einer genmanipulierten Spinne gebissen wird, Superkräfte entwickelt und mit diesen seine Mitmenschen vor einem verrückten Wissenschaftler retten muss, dessen letztes Experiment furchtbar, furchtbar schiefgegangen ist. Ach ja, und das Mädchen von nebenan gilt es auch noch zu erobern.
Macht es bei so vielen grundlegenden Gemeinsamkeiten einen großen Unterschied, dass Peter Parker alias Spider-Man nun nicht mehr von Tobey Maguire, sondern Andrew Garfield gespielt wird? Dass seine clevere Liebste nicht Mary Jane Watson, sondern Gwen Stacy (Emma Stone) heißt? Dass er in 3D gegen eine große Motion-Capture-animierten Echse kämpft und nicht in 2D gegen den technisch hoch ausgerüsteten Grünen Kobold? Ja und nein.
Nein, weil der seit Raimis "Spider-Man" bekannten Geschichte bis auf einen kleinen Rückblick auf das Veschwinden von Peter Parkers Eltern nicht viel Neues hinzugefügt wird. Und Marc Webb das Ganze dennoch auf die stattliche Länge von 136 Minuten auswälzt. Nein, weil Stones Gwen Stacy im Film zwar nicht ganz so hilflos wie einst Kirsten Dunsts Mary Jane Watson wirkt, aber nach wie vor eher schmückendes Beiwerk bleibt. Nein, weil die Hangelei des neuen Spider-Man durch New Yorks Häuserschluchten in 3D zwar schick aussieht, die neue Technik aber relativ selten zum Einsatz kommt.
Und doch ist "The Amazing Spider-Man" großartiges Popcornkino, sehenswert sowohl in handwerklicher als auch in darstellerischer Hinsicht. Denn mit Andrew Garfield, der in den letzten Jahren in "Alles, was wir geben mussten" und "The Social Network" auffiel, wählte Marc Webb einen unglaublich talentierten Hauptdarsteller, der Kämpfe seiner Figur bravourös ausficht. - Mit ausdrucksstarker Mimik, wenn es gegen den oft anzutreffenden inneren Schweinehund geht und mit geschmeidigen Bewegungen, wenn der zum Monster mutierte Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) ins Spiel kommt.
Der neue Spider-Man mag längst nicht so gute Sprüche auf Lager haben wie seine Kollegen von den "Avengers", die vor wenigen Wochen sensationell die Kinos aufmischten. Dafür aber setzt der Musikvideo-erprobte Webb auf eine intelligente, kreative Bildsprache, mit der er in denkwürdigen Szenen auch ohne große Worte das Publikum zum Lachen oder Mitleiden bringen kann. Und ist das nicht das, was einen guten Comic ausmacht?
Trailer
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
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Filminfo |
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| Filmbewertung | überzeugend |
| Filmname | The Amazing Spider-Man |
| Originaltitel | The Amazing Spider-Man |
| Starttermin | 28.06.2012 |
| 3D | 3D Info |
| Regisseur | Marc Webb |
| Genre | Action |
| Schauspieler | Andrew Garfield |
| Schauspieler | Rhys Ifans |
| Schauspieler | Emma Stone |
| Entstehungszeitraum | 2012 |
| Land | USA |
| Freigabealter | 12 |
| Verleih | Sony |
| Laufzeit | 136 Min. |
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