Quellen des Lebens

Bild

"Wie wurde ich zu dem, was ich heute bin? Was sind die Quellen meines Lebens?", fragte sich Oskar Roehler bereits in seinem autobiografischen Roman "Herkunft", der im Herbst letzten Jahres erschien. Jetzt hat der als Enfant terrible verschrieene Regisseur, der bei der Berlinale vor zwei Jahren für seinen Film "Jud Süß - Film ohne Gewissen" zu Recht ausgebuht wurde, aus diesem umfassenden Stoff ein unterhaltsames Drei-Stunden-Familienepos gemacht. Zugleich verhandelt "Quellen des Lebens" die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Film erzählt die Geschichte der Roehlers als die Geschichte der Freytags, frei über drei Generationen hinweg: Allein der erste Teil, in dem sein durch Jahre how much is viagra der Kriegsgefangenschaft entstellter Großvater Erich - gespielt von einem sich wieder einmal selbst übertreffenden Jürgen Vogel - nach Hause zurückkehrt, ist den Kinobesuch allemal wert. Seine Familie scheint ihn nicht sonderlich vermisst zu haben. Dennoch gelingt es Erich - auch dank der Hilfe seines Sohns Klaus (Kostja Ullmann) - seinen Platz in der Familie zurückzugewinnen.

Doch im mittleren Teil wird das Publikum Zeuge, wie sich der erwachsene Klaus (Moritz Bleibtreu), der studieren und Autor werden möchte, in die impulsive, egomane Gisela Ellers (Lavini

a Wilson) verliebt. Ellers ist natürlich Roehlers Mutter Gisela Elsner, die er bereits in seinem bislang erfolgreichsten Film "Die Unberührbare" porträtierte, frei nachempfunden. Aus dieser zerstörerischen Beziehung entspringt Roehler alias Robert Freytag. Der arme Bub hätte sich wahrlich keine schlimmeren Rabeneltern aussuchen können. Wenn das aufstrebende Fräuleinwunder der Gruppe 47 das Krabbelkind Robert den ganzen Tag eiskalt in verschissenen Windeln vor ihrer Tür schreien lässt und nur umso lauter auf ihrer Schreibmaschine einhämmert, läuft es dem Zuschauer wirklich eiskalt den Rücken hinunter ...

Im letzten Teil der skurrilen Sittengeschichte der BRD geht es dann mehr und mehr nur noch um Robert, der während des Films von insgesamt vier Darstellern gespielt wird. Nachdem seine Mutter, die Klaus einmal bitter als "Weltraumnutte" bezeichnet, die Familie verlassen hat, verlebt er schon recht bald idyllische Kindheitstage - ausgerechnet bei den Nazi-Großeltern, die sich im Gegensatz zu seinen egomanen Eltern einen Rest Menschlichkeit bewahrt haben. Doch der Vater, dem zu seinem Sohn nicht viel anderes einfällt, als ihm ab und an "Trink deine Milch" zu befehlen, holt ihn zurück, und Robert wird zum sich herumtreibenden Berliner Schlüsselkind.

Bewundernswert, dass der von so vielen Schicksalsschlägen gebeutelte Roehler später - wie so viele andere seiner Generation - die Kraft gefunden hat, einiges anders zu machen: Zum Beispiel ein derart kluges, gut beobachtetes, packendes, sicher nicht immer ganz rundes Mammutprojekt über das irrwitzige Nachkriegsdeutschland zu stemmen.

zp8497586rq
zp8497586rq
Trailer


Filminfo

Filmbewertung ausgezeichnet
Filmname Quellen des Lebens
Originaltitel
Starttermin 14.02.2013
Regisseur Oskar Roehler
Genre Drama
Schauspieler Jürgen Vogel
Schauspieler Moritz Bleibtreu
Schauspieler Lavinia Wilson
Entstehungszeitraum 2012
Land D
Freigabealter 12
Verleih X Verleih
Laufzeit 173 Min.

Weiterführende Links zum Film

Homepage "Die Quellen des Lebens"
Homepage X Verleih
Agenturseite Jürgen Vogel
Homepage Meret Becker
Homepage Moritz Bleibtreu
Infoseite zum Film
Video/Film (Flash)
Gabriele Summen,
teleschau - der mediendienst

Kommentare

Kommentarfunktion nicht aktiv.