Green Lantern

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Ein unbesiegbares Corps grüner Weltraumpolizisten, unsterbliche Wächter des Universums vom Planeten Oa, ein hübsch leuchtender Ring, der Superkräfte verleiht: "Green Lantern" basiert auf einer hierzulande kaum bekannten Comicreihe aus dem Hause DC. "Bond"-Regisseur Martin Campbell ("Goldeneye", "Casino Royale") inszenierte sie als schrille, durchaus ansehnliche 3D-Orgie. Gekleckert wird jedenfalls nicht in "Green Lantern", eher geklotzt: Aber nicht nur das Getöse ist immens, sondern auch die inhaltlichen Schwächen sind es.

Böse ist, wer Böses tut: zum Beispiel Parallax. Der Oberschurke könnte auch als Warnhinweis auf Zigarettenschachteln arbeiten und zieht als waberndes Krebsgeschwür durch das Universum.

Die ersten Filmminuten gehören der Schattenseite des Daseins. Die Green Lanterns sind zunächst einfach nur hilflos. Das ist ungewöhnlich, weil die intergalaktischen Sheriffs eigentlich kräftig und unbesiegbar sind. Mutig sowieso.

Eigentlich. Denn als ihr Bester stirbt, kommt Hal Jordan ins Spiel. Der wagemutige Pilot ist ein schmucker, durchtrainierter Mann mit Dackelblick. Hollywoodschauspieler Ryan Reynolds entfernt sich in dieser Rolle nicht allzu weit von seinem Standardrepertoire - und irgendwie ist "Green Lantern" auch eine (nicht immer witzige) Komödie. Mit einem unvermeidbaren Schuss Romantik.

Hal jedenfalls kämpft mit unverarbeiteten Kindheitstraumata. Da geht's um Angst, den Tod seines Vatis und das Weglaufen vor Verantwortung - das macht ihn als neuen Auserwählten eher zum Außenseiter. Da der Mensch als Spezies generell als zu jung und zu ängstlich gilt, wird Hal nicht gerade wie ein Wunschrekrut im Green-Lantern-Corps empfangen. Willen und Vorstellungskraft sind die Grundtugenden der grünen Superhelden: Hal hat beides nicht.

Aber er wurde nun mal von seinem Ring auserwählt, der ihm Kraft und Macht verleiht. Das Schmuckstück kann, wenn es regelmäßig an einer mitgelieferten grünen Laterne mit kosmischer Energie aufgeladen wird, Gedanken materialisieren. Wer sich ein Maschinengewehr vorstellt, hält auch eins in der Hand. Das überfordert Hal zunächst ganz schön.

Natürlich wird er seine Ängste überwinden. Weil es seine Kollegin und Möchtegern-Geliebte Carol Ferris so will: "Gossip Girl" Blake Lively kann man einfach keinen Wunsch abschlagen. Außerdem schildert das Drehbuch den Weg zur Läuterung gut aus. Es ist ein asphaltierter Weg, der schnurgerade verläuft. Er ist einfach zu bewältigen, weil die Figuren kein lästiges Gepäck, wie Charaktereigenschaften, mit sich rumschleppen.

Einzig der Schurke, auch wenn er nicht viel kann, hat einen gewissen Schneid: So billig er animiert wurde, Parallax darf richtig schön und grundlos böse sein. Er infiziert irgendwann einen einsamen und sehr schmierigen Wissenschaftler auf der Erde. Das hat zwar keine dramaturgische Bedeutung. Aber Hector (Peter Saarsgaard) ist ein schönes Ekelpaket. Er spuckt Gift und Galle, lässt all das raus, was er als missverstandener Sohn und verschmähter Liebhaber jahrelang runterschluckte.

Spannend ist "Green Lantern" nie, dafür springt der Film zu willkürlich zwischen langweiligen romantischen Szenen, albernen 80er-Jahre-Kumpelwitzen und gekünstelten Actionsequenzen hin und her. Leider, leider nimmt sich "Green Lantern" dabei ernster, als es dem Film gut tut. Als Satire, als Persiflage angelegt, hätte die Superhelden-Posse richtig gut funktioniert.

So aber hetzt der überambitionierte Film bis zum abrupten Showdown von Schauplatz zu Schauplatz - und wieder zurück: Ist mal im Labor von Hector, mal bei Carol im Büro, dann wieder in der Wohnung von Hal, und zwischendurch wird der Planet Oa besucht. Ist ja auch schön dort in der alten Ed-Wood-Kulisse. Die Szenenwechsel sind willkürlich, das Drehbuch ist selten stringent und naiv sowieso. Was allerdings auf gewisse Weise belustigend ist. Man weiß nie, was nach dem nächsten Schnitt passiert. "Green Lantern" ist eine Wundertüte: sprunghaft, schön grün und unfreiwillig komisch - was schon wieder unterhaltsam ist.

Trailer


Filminfo

Filmbewertung akzeptabel
Filmname Green Lantern
Originaltitel Green Lantern
Starttermin 28.07.2011
Regisseur Martin Campbell
Genre Action
Schauspieler Ryan Reynolds
Schauspieler Blake Lively
Schauspieler Tim Robbins
Entstehungszeitraum 2011
Land USA
Freigabealter 12
Verleih Warner
Laufzeit 113 Min.

Weiterführende Links zum Film

Homepage des Films
Homepage des Verleihs
Fanpage Ryan Reynolds (engl.)
Fanpage Blake Lively (engl.)
Homepage Tim Robbins (engl.)
Infoseite zum Film
Video/Film (Flash)
Video/Film (WMV)
Andreas Fischer,
_teleschau, der mediendienst

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Kommentare

Geschrieben von Green Lantern Wallpaper - Wallpaper News | Mittwoch, 27.07.11 - 11:29 Uhr

[...] Juli 2011 Green Lantern ist die gefühlte eintausendste Comicadaption in diesem Jahr. Die Story des Films dreht sich um den wagemutigen Piloten Hal Jordan (gespielt von Ryan Reynolds), der jedoch nicht [...]

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