Die Kino-Tipps im September

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Die Kino-Tipps im September

Schaurige Clowns, überforderter Hochadel, eine altersmüde Ein-Mann-Armee und mehr: Das sind die Kino-Tipps für den September.

"ES Kapitel 2", 5. September

27 Jahre nachdem der Klub der Verlierer Pennywise besiegte, kehrt dieser zurück, um die Stadt Derry aufs Neue zu terrorisieren. Längst haben sich die Wege der mittlerweile erwachsenen Verlierer getrennt. Wieder verschwinden Kinder, sodass Mike, der Einzige der Truppe, der in der Heimatstadt geblieben ist, die anderen nach Hause zurückholt. Traumatisiert durch die Erfahrungen der Vergangenheit, muss jeder seine tiefsten Ängste überwinden, um Pennywise endgültig zu vernichten - und sich dem Clown entgegenstellen, der mörderischer ist als jemals zuvor.

Inzwischen ist der Klub der Verlierer erwachen geworden (Copyright: © 2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.)

Einschätzung:

Auf jede großartige Stephen-King-Verfilmung scheint stets eine miserable zu folgen. Nachdem Teil eins von "ES" 2017 sicherlich die Erwartung so manch eines Roman-Fans weit überstiegen hat, fiel die Umsetzung von "Der dunkle Turm" (zu Recht) hoffnungslos durch. Dass für die Fortsetzung über den Killerclown Pennywise, bei dem die einstigen Kinder nun erwachsen sind, Stars wie James McAvoy oder Jessica Chastain gewonnen werden konnten, ist also noch keine Qualitätsgarantie - um den "dunklen Turm" balgten sich immerhin Idris Elba und Matthew McConaughey. Bleibt das zweite Kapitel aber den Tugenden seines Vorgängers treu, so könnte hier die nächste Horror-Perle auf das Publikum warten.

"Rambo 5: Last Blood", 19. September

John Rambo (Sylvester Stallone) hat viele große Schlachten in seinem Leben geschlagen - nun soll endlich Schluss sein. Zurückgezogen lebt der Kriegsveteran inzwischen auf einer abgelegenen Farm in Arizona. Doch der einstige Elitekämpfer kommt nicht zur Ruhe. Als die Enkelin seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza) verschleppt wird, begibt sich Rambo auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber. Die vielen Jahre im Kampf mögen Rambo gezeichnet haben, aber sie haben ihn nicht weniger gefährlich gemacht.

Ein letztes Mal muss John Rambo (Sylvester Stallone) seine Kriegsfertigkeiten für das Gute einsetzen (Copyright: © 2019 Universum Film)

Einschätzung:

Wie die Titelfigur ist auch die gesamte "Rambo"-Filmreihe einfach nicht totzukriegen. Schon im Jahr 2008 war Stallone alias Rambo mit 63 Jahren ein Radau-Rentner und wirkte zuweilen unfreiwillig komisch. Ob das mit 73 groß anders ist, darf bezweifelt werden. Die sozialkritische Ader des Originals von 1982 trat aber auch schon Teil zwei mit Füßen und verwandelte die Reihe unwiderruflich in eine Gewaltorgie. Wem das damals schon zusagte, der wird auch mit Teil fünf seinen Spaß haben. Frei nach dem Motto: höher, weiter, brutaler.

"Downton Abbey", 19. September

Aufregung auf Downton Abbey: Der König und die Königin erweisen dem Hause Grantham die Ehre. Es müssen ein royaler Lunch, eine Parade und ein Dinner organisiert werden. Aber wir befinden uns im Jahr 1927 und der Earl of Grantham (Hugh Bonneville) sinnt, ob sie nach all den Veränderungen der letzten Jahre überhaupt noch einem königlichen Besuch gewachsen sind. Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug zu bewältigen, muss sich das Personal mit dem furchteinflößenden royalen Haushalt herumärgern, und schon bald keimt eine kleine Revolte im unteren Teil des Hauses auf.

Die Granthams erwarten in ihrem ersten Kinofilm hohen Besuch auf Downton Abbey (Copyright: © 2019 FOCUS FEATURES LLC. ALL RIGHTS RESERVED.)

Einschätzung:

Wie werden sich die Granthams wohl auf der großen Kinoleinwand schlagen, nachdem die Geschichte der fiktiven Adelsfamilie über sechs Staffeln lang als TV-Serie begeisterte? Selten dürfte das Zielpublikum leichter zu identifizieren sein, wie es hier der Fall ist. Fans der Serie müssen nicht überlegen, ehe sie sich ein Ticket für "Downton Abbey" holen und erleben, wie es mit den liebgewonnenen Charakteren nun weitergeht, die sich 2015 aus dem Fernsehen verabschiedet haben. Für Neueinsteiger erscheint der Streifen derweil so gar nicht geeignet - hier müsste zuvor noch etwas Zeit zum Bingen eingeplant werden.

"Midsommar", 26. September

Obwohl ihre Beziehung kriselt, schließt sich Dani ihrem Freund Christian auf einen Sommertrip in einen kleinen Ort in Schweden an. Gemeinsam mit Christians Clique sind sie zu einem einmaligen Mittsommerfestival eingeladen. Doch der anfänglich idyllische Eindruck der abgelegenen Gemeinschaft trügt, die Dorfbewohner verhalten sich nach und nach merkwürdiger: Sie bereiten sich auf ein besonderes Mittsommer-Ritual vor, das nur alle 90 Jahre zelebriert wird. Was als puritanisches Fest der Liebe und Glückseligkeit beginnt, nimmt eine unheimliche Wendung, die das sonnengeflutete Paradies bis in die Eingeweide erschüttert.

Dani und ihr Freund Christian geraten in die Fänge einer Sekte (Copyright: © Gabor Kotschy, Courtesy of A24)

Einschätzung:

Mit seinem Kino-Debüt "Hereditary" hat Regisseur Ari Aster ein Meisterwerk des Horrors abgeliefert. Unter gänzlich anderen Vorzeichen kommt sein zweiter Film "Midsommar" daher. Nicht düster und klaustrophobisch, sondern gleißend hell und im Freien wird der Schrecken darin dargeboten. Ein ungewöhnliches, dadurch aber auch besonders spannendes Horror-Setting, das allerdings - dessen müssen sich interessierte Kinogänger bewusst sein - sehr träge erzählt wird.

"Der Distelfink", 26. September

Im Alter von 13 Jahren verliert Theodore "Theo" Decker (Ansel Elgort) seine Mutter bei einem Bombenanschlag im Metropolitan Museum of Art. Die Tragödie verändert sein Leben für immer und zieht eine ergreifende Odyssee zwischen Trauer und Schuld, Neuerfindung und Erlösung und sogar Liebe nach sich. Während all dieser Zeit begleitet ihn ein handfestes Stück Hoffnung von jenem entsetzlichen Tag: das Gemälde eines winzigen Vogels, festgekettet an seiner Stange - der Distelfink.

Einschätzung:

"Der Distelfink" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Donna Tartt und kommt dadurch mit einigen Vorschusslorbeeren daher. Immerhin wurde das Werk 2013 von Amazon zum besten Buch des Jahres gekürt und erhielt ein Jahr später den Pulitzer-Preis. Die Handlung des Dramas ist somit über jeden Zweifel erhaben, einzig, ob sich diese auch auf die Leinwand umsetzen lässt, bleibt abzuwarten. Mit zweieinhalb Stunden Laufzeit wird "Der Distelfink" jedenfalls weder kurze noch leichte Kost.


Bildrechte: © 2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

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Die Kino-Tipps im September

Krieg den Aliens, Nonnen und Windmühlen! Im September gibt es neben Action und Horror aber auch was für das Herz und die Lachmuskeln im Kino.

"The Nun", 6. September

Als sich eine junge Nonne in einem abgeschiedenen rumänischen Kloster das Leben nimmt, schickt der Vatikan zwei interne Ermittler: einen Priester, der durch seine Vergangenheit traumatisiert ist, und eine Novizin, die demnächst ihr Ordensgelübde ablegen soll. Gemeinsam decken sie das sündhafte Geheimnis der Klostergemeinschaft auf. Dabei wird nicht nur das Leben der beiden bedroht, sondern auch ihr Glaube, ja, sogar ihre Seelen stehen auf dem Spiel, denn sie werden mit einer bösartigen Macht konfrontiert, die die Gestalt ebenjener dämonischen Nonne annimmt, die das Publikum bereits in "Conjuring 2" in Angst und Schrecken versetzt hat.

Eine dämonische Nonne treibt ihr Unwesen (Copyright: © 2018 Warner Bros. Entertainment Inc.  All Rights Reserved.)

Einschätzung:

Zuerst die Puppe Annabelle aus "Conjuring - Die Heimsuchung", nun die Nonne aus "Conjuring 2" - die Geister aus der Horror-Reihe können, was Spin-offs angeht, glatt mit "Star Wars" mithalten. Der erste Ableger konnte etwas überraschend das Publikum überzeugen, ob dieses Kunststück noch einmal gelingt, bleibt abzuwarten. Genug Potenzial für fiese Albträume bietet die Grusel-Nonne aber allemal. Für den Rest sorgen Franchise-typisch wieder Jumpscares im Mengenrabatt. Wer darauf steht, hat eine Kino-Verabredung im rumänischen Kloster.

"Leave No Trace", 13. September

Die jugendliche Tom (Thomasin Harcourt McKenzie) und ihr Vater Will (Ben Foster), Kriegsveteran, leben seit vielen Jahren unentdeckt in Forest Park, einem riesigen Waldgebiet am Rande von Portland, Oregon. Eine zufällige Begegnung führt zu ihrer Entdeckung und zur Betreuung durch die Sozialbehörde. Sie versuchen sich an ihre neue Umgebung anzupassen, bis eine unerwartete Entscheidung sie auf einen gefährlichen Weg zurück in die Wildnis führt - und sie zwingt, sich mit dem widerstreitenden Wunsch, Teil der Gesellschaft zu sein und dem heftigen Verlangen, abseits zu leben, auseinandersetzen zu müssen.

Vater Will (Ben Foster) und seine Tochter Tom (Thomasin Harcourt McKenzie) leben abseits der Zivilisation (Copyright: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Einschätzung:

Dass Ben Foster das Zeug für einen Oscar hat, bewies er schon mit "The Messenger" und "Hell Or High Water". Im Drama "Leave No Trace" soll ersten Kritiken nach aber auch Nachwuchsschauspielerin Thomasin Harcourt McKenzie eine geniale und preisverdächtige Darbietung abliefern. Wer einer ungewöhnlichen Charakterstudie beiwohnen und eine Geschichte über Sehnsüchte contra Gesellschaftszwänge sehen will, macht mit dem Streifen sicherlich nichts verkehrt.

"Predator - Upgrade", 13. September

Die Jagd ist wieder eröffnet: Die der Menschheit technisch weit überlegenen Aliens, genannt die Predators, sind zurück auf der Erde. Und dank neuester DNS-Experimenten sind sie nun sogar noch stärker als jemals zuvor. Ausgerechnet ein chaotischer Haufen ehemaliger Soldaten und ein Lehrer für Naturwissenschaften sollen die Außerirdischen im Blutrausch stoppen. Einziger schmaler Hoffnungsschimmer für sie: "Wenn es blutet, können wir es töten."

Ohne ihre Schutzmaske sind die Aliens sogar noch furchteinflößender (Copyright: © 2018 Twentieth Century Fox)

Einschätzung:

Mit Ausnahme des ersten Teils mit Arnold Schwarzenegger und in Ansätzen des zweiten Teils mit Danny Glover ist die "Predator"-Reihe zuletzt eine ziemliche Enttäuschung gewesen - erst recht mit Machwerken wie "Alien vs. Predator". Dass es sich nun in Person von Shane Black aber ein wahrer "Predator"-Fachmann auf dem Regiestuhl gemütlich gemacht hat, macht Hoffnung. Denn Black war einst selbst Kanonenfutter im Kultfilm von 1987 und hat sich seither als Regisseur solcher Filme wie "The Nice Guys" einen Namen gemacht. Und das Charakterdesign der ekligen Alienjäger ist auch heute noch über jeden Zweifel erhaben. Wir sind vorsichtig optimistisch.

"The Man Who Killed Don Quixote", 27. September

Der zynische Werbefilmer Toby (Adam Driver) lernt einen alten spanischen Schuhmacher (Jonathan Pryce) kennen, der sich für Don Quixote hält. Die beiden erleben eine Reihe absurder Abenteuer, in deren Verlauf Toby sich den tragischen Auswirkungen eines Films stellen muss, den er in seiner Jugend gedreht hat - ein Film, der die Hoffnungen und Träume eines kleinen spanischen Dorfes für immer verändert hat. Kann Toby das Getane je wiedergutmachen und so zu seiner Menschlichkeit zurückfinden? Kann Don Quixote seinen Wahn bezwingen und seinen nahenden Tod verhindern? Oder wird etwa die Liebe alle Grenzen überwinden?

Das ungleiche Paar muss sich irgendwie zusammenraufen (Copyright: © 2018 Concorde Filmverleih GmbH)

Einschätzung:

So ganz kann man es immer noch nicht glauben, dass "The Man Who Killed Don Quixote" nun doch noch seinen Weg ins Kino finden wird. Schließlich begannen die ersten Dreharbeiten dazu vor rund 18 Jahren! Schwer vorstellbar, dass eine derartige Produktions-Hölle spurlos an Cast, Crew und Film vorübergegangen ist. Und auch Terry-Gilliam-Fans warten schon wieder seit fünf Jahren auf einen neuen Streifen des "Monty Python". Alleine die Besetzung um Pryce, Driver und Stellan Skarsgård ist aber mindestens einen Blick wert.

"Die Unglaublichen 2", 27. September

Nach den Geschehnissen des ersten Teils standen alle Zeichen auf Happy End - bis ein gewisser Tunnelgräber auftauchte und Glück und Frieden den Krieg erklärte. Helen Parr alias Elastigirl wird für eine Kampagne engagiert, die den angeschlagenen Ruf der Superhelden retten soll. Ehemann Bob spielt unterdessen den Hausmann und managt den "normalen" Alltag mit Violetta, Flash und Baby Jack-Jack, das - übrigens auch für seine Familie - überraschende Fähigkeiten entwickelt.

Die unglaublichste Familie der Welt ist zurück (Copyright: ©2017 Disney/Pixar. All Rights Reserved.)

Einschätzung:

Die nächste lange Wartezeit geht am 27. September vorüber. Immerhin fast 14 Jahre ist es her, dass Pixar "Die Unglaublichen" auf Jung und Alt losließ und zwei Oscars damit abstaubte. Inzwischen gehören Superhelden dank Marvel zwar zum täglich Kino-Brot, die kunterbunte und putzige Familie des Animationsstreifens wird aber als willkommene Abwechslung herausstechen. Beste Familienunterhaltung dürfte also geboten sein.


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