Die Kino-Tipps im November

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Die Kino-Tipps im November

Zombies, Weltkrieg, Schneemann Olaf: Der November kleckert nicht, sondern klotzt mit vielversprechenden Titeln aus allen möglichen Genres.

Der Kino-Herbst platzt im November regelrecht aus allen Nähten. Ob Zombie-Klamauk, Emmerich'scher Pathos-Overkill, eine Computer-Frischzellenkur für Robert De Niro (76), der singende Disney-Schneemann Olaf, ein rasantes Renndrama oder eine Rückkehr in Stephen Kings Overlook-Hotel. Wer da (trotz teils horrend-dämlicher deutscher Titel) nicht den stetig eisigeren Außentemperaturen mit einem Kinobesuch trotzen mag, ist selber schuld.

"Zombieland: Doppelt hält besser", 7. November

Die vier schrägen Zombiekiller Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) verbreiten ihr Chaos diesmal von den Weiten Amerikas bis ins Weiße Haus. Dabei werden die Vier nicht nur mit neuen Zombie-Arten, sondern auch mit weiteren menschlichen Überlebenden konfrontiert. Doch in erster Linie müssen sie sich den wachsenden Problemen innerhalb ihrer eigenen schrägen Zwangsfamilie stellen.

Mehr noch als die Zombies setzt Tallahassee (Woody Harrelson, r.) und Co. manch blondes Dummchen zu (Copyright: © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Einschätzung:

Mit "Zombieland: Doppelt hält besser" kommt nach genau einem Jahrzehnt die Fortsetzung zum Horror-Klamauk in die Kinos. Dank des Originalcasts und noch übertriebeneren Zombie-Kills baut der Film auf dieselben Werte wie 2009. Der große Unterschied: Als der erste Teil vor zehn Jahren ins Kino kam, war die Zombie-Renaissance noch frisch und quicklebendig. Nach unzähligen Staffeln "Walking Dead" und der Tatsache, dass sich seither sogar Hollywood-A-Lister Brad Pitt ("World War Z") der gefräßigen Untoten erwehren musste, wirkt das Genre dagegen selbst wie ein verfaulender Kadaver. Ob da die Comedy-Komponente nach zuletzt "The Dead Don't Die" genug Abwechslung bietet?

"Midway - Für die Freiheit", 7. November

Juni 1942: Demokratie und Freiheit stehen auf dem Spiel, als es nach dem Angriff auf Pearl Harbor bei den abgelegenen Midwayinseln zu einem entscheidenden Aufeinandertreffen kommt, bei dem die zahlenmäßig geschwächte US-amerikanische Marine und Luftwaffe allen Widrigkeiten trotzt, um sich einem in jeder Hinsicht überlegenen Gegner zu stellen. Mit Mut, Entschlossenheit und historisch beispielloser Gefechtskunst konfrontieren sie die Kaiserliche Japanische Marine in einer Luft- und Seeschlacht, die den entscheidenden Wendepunkt des Pazifikkrieges einleiten soll.

Mit bangem Blick in Richtung Himmelfahrtskommando (Copyright: Universum Film)

Einschätzung:

Da ist er wieder, der Pathos- und Patriotismus-Roland. Seltener dürfte es einfacher gewesen sein zu wissen, wem ein Film ans Herz gelegt werden kann - und wem nicht. Wer schon von Michael Bays Mischung aus Kitsch und Krieg alias "Pearl Harbor" bestens unterhalten wurde, der wird auch mit Emmerichs neuem Streifen warm werden. Zumal unabhängig des Inhalts Fans von Leinwand füllendem Zerstörungs-Kleinod definitiv auf ihre Kosten kommen werden.

"The Irishman", 14. November

"The Irishman" wird aus Sicht von Frank Sheeran (Robert De Niro) erzählt, einem Veteran des Zweiten Weltkriegs, der als Drogendealer und Auftragsmörder an der Seite der berühmt-berüchtigten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts tätig war. Der über mehrere Jahrzehnte spielende Film widmet sich einem der größten ungelösten Rätsel der US-amerikanischen Geschichte: dem Verschwinden des legendären Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa. Er liefert außerdem einen monumentalen Einblick in die versteckte Maschinerie des organisierten Verbrechens - von den internen Abläufen über Rivalitäten bis hin zu Beziehungen in weite Kreise der Politik.

Weiß Auftragsmörder Frank Sheeran (Robert De Niro, Mitte), was mit Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa geschah? (Copyright: Netflix 2019)

Einschätzung:

Scorsese, De Niro, Pacino - der Netflix-Film "The Irishman", der vor Release bei der Streamingplattform ins Kino kommt, vereint diese drei Schwergewichte der Filmgeschichte. Auch hier ist überdeutlich, wen der 210 Minuten lange Gangster-Film wird fesseln können, und wer spätestens nach der Hälfte der Laufzeit im Kinositz eindöst. Schon Scorseses Mafia-Streifen "Casino" und "Good Fellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" forderten neben jeder Menge Sitzfleisch auch eine Faszination für das organisierte Verbrechen ein. Fans von De Niro könnte derweil das Interesse ins Kino locken, ob die moderne Tricktechnik es glaubhaft schafft, ihr Idol wieder jung zu zaubern.

"Le Mans 66 - Gegen jede Chance", 14. November

Sportwagenhersteller Carroll Shelby (Matt Damon) und der furchtlose, in Großbritannien geborene Rennfahrer Ken Miles (Christian Bale) kämpfen gemeinsam gegen die Intervention ihres Auftraggebers, die Gesetze der Physik und ihre eigenen inneren Dämonen, um einen revolutionären Sportwagen für die Ford Motor Company zu bauen. Damit wollen sie die dominierenden Rennwagen von Enzo Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1966 in Frankreich besiegen.

Werden diese beiden Streithähne den übermächtigen Ferrari schlagen können? (Copyright: © 2019 Twentieth Century Fox)

Einschätzung:

Bei "Le Mans 66" ist eine der ersten Assoziationen von Cineasten selbstredend "Rush - Alles für den Sieg" mit Chris Hemsworth und Daniel Brühl. Zwei ungleiche Männer, wenn auch dieses Mal keine direkten Kontrahenten, eine wahre Geschichte und eindringlich inszenierte Action auf der Rennpiste. Insgesamt baut der Film von James Mangold im direkten Vergleich aber deutlich mehr auf Humor denn auf Drama, wie schon in den Trailern deutlich wird. Für Hobby-Rennfahrer und Anhänger von Oscar-Gewinner Christian Bale so oder so ein Pflichttermin.

"Die Eiskönigin 2", 20. November

Warum wurde Elsa mit magischen Kräften geboren? Die Antwort darauf drängt sie und bedroht zugleich ihr Königreich. Zusammen mit Anna, Kristoff, Olaf und Sven macht sie sich auf eine gefährliche, aber außergewöhnliche Reise. Neue Freunde und neue Gefahren lauern auf dem Abenteuer auf die Gruppe.

Elsa (l.) will endlich die Ursprünge ihrer magischen Fähigkeiten in Erfahrung bringen (Copyright: ©2019 Disney. All Rights Reserved.)

Einschätzung:

Der Branchenseite "Box Office Mojo" nach liegt "Die Eiskönigin" auf Platz 15 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten (1,27 Milliarden Dollar). Da verwundert es direkt, dass Disney sich sechs Jahre Zeit gelassen hat, um nun die Fortsetzung ins Kino zu bringen. Ob die Zeit aber ausgereicht hat, um mehr als die Rückkehr liebgewonnener Figuren bieten zu können? Tricktechnisch ist jedenfalls auch der Nachfolger über jeden Zweifel erhaben und für Familien gibt es wohl dieses Jahr keine bessere Gelegenheit mehr, um ins Kino zu pilgern.

"Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen", 21. November

Immer noch gezeichnet von den traumatischen Erlebnissen, die er als Kind im Overlook durchmachte, musste Dan Torrance (Ewan McGregor) darum ringen, so etwas wie Frieden in seinem Leben zu finden. Doch dieser Frieden wird erschüttert, als er Abra trifft, eine tapfere Teenagerin, die im Besitz einer mächtigen, übersinnlichen Kraft ist: des "Shining". Ihren Instinkten folgend hat Abra erkannt, dass Dan diese Gabe ebenfalls besitzt. Sie bittet ihn um Hilfe, gegen die gnadenlose Rose the Hat vorzugehen, die sich in ihrem Streben nach Unsterblichkeit vom Shining Unschuldiger ernährt.

Die Vergangenheit lässt Dan Torrance (Ewan McGregor) einfach nicht los (Copyright: © 2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.)

Einschätzung:

Pure Nostalgie gibt es nach der gleichnamigen Romanvorlage auch bei der Kinoadaption von "Doctor Sleeps Erwachen". Jahrzehnte nach "The Shining" noch einmal die ikonischen Momente und Schauplätze des Klassikers zu erleben, welcher King-Fan lechzt nicht danach? Das im Verbund mit einer frischen Handlung (und Widersacherin) klingt verheißungsvoll. Aber nur, wenn sich der Streifen von Mike Flanagan nicht zu sehr auf den Lorbeeren ausruht, die ihm Stanley Kubrick auf dem Silbertablett serviert hat - nur Nostalgie reicht selten.


Bildrechte: [M] 2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC./Netflix 2019

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Die Kino-Tipps im November

Von Herbst-Blues keine Spur! Der November wartet gleich mit mehreren Krachern auf, an die kein Cineast vorbeikommen sollte.

"Aufbruch zum Mond", 8. November

"Aufbruch zum Mond" erzählt eindringlich aus Neil Armstrongs (Ryan Golsing) Leben und von den enormen Konflikten und Entbehrungen, mit denen der Pilot vor und während seiner legendären Mission konfrontiert war. Aber auch das schwere Schicksal seiner Frau Janet (Claire Foy) und der gemeinsamen Kinder wird in das Blickfeld gerückt, die stets völlig hilflos darauf hoffen mussten, dass der Familienvater lebend von seinen halsbrecherischen Pionierflügen zurückkehrt. Gleichzeitig schildert der Film die hochdramatischen Ereignisse des amerikanischen Raumfahrtprogramms zwischen 1961 und 1969 an sich.

Das Leben als Testpilot ist gefährlich, wie nicht nur Neil Armstrong (Ryan Gosling) weiß (Copyright: Universal Pictures)

Einschätzung:

Das ultimative Gelingen von Armstrongs Moonwalk im Jahr 1969 ist jedem Kinogänger bestens geläufig, mehr noch als in vielen anderen vergleichbaren Filmen (etwa "Titanic") gilt bei "Aufbruch zu Mond": der Weg ist das Ziel. Welch schier unendlichen Gefahren die Männer der NASA auf sich genommen haben, wie sehr ihre Familien darunter gelitten haben, und wie letztendlich der erste Fuß auf den Mond gesetzt wurde - all das und mehr bietet Damien Chazelles (33, "La La Land") neuer Oscar-Anwärter. Und obendrauf gibt er einen rührenden Blick auf den Privatmensch Armstrong frei, der es glatt mit jenem vom Mond aus aufnehmen kann.

"Juliet, Naked", 15. November

Tucker Crowe: Der Name des geheimnisvollen Rockstars ist das Einzige, was in der leidenschaftslosen Beziehung von Annie (Rose Byrne) und Duncan (Chris O'Dowd) noch für Zündstoff sorgt. 20 Jahre ist es her, dass der gefeierte Musiker (Ethan Hawke) seine letzte Platte veröffentlichte. Im Gegensatz zu dem fanatischen Tucker-Crowe-Fan Duncan verreißt Annie dessen neues Album "Juliet, Naked" in einem Online-Forum - und bekommt plötzlich Post von Tucker Crowe höchstpersönlich...

Tucker Crowe (Ethan Hawke) und Annie (Rose Byrne) kommen sich näher (Copyright: Amazon Studios)

Einschätzung:

"Juliet, Naked" hat ohne Zweifel die leichteste und charmanteste Kost des Novembers im Gepäck und ist ein Feelgood-Movie par excellence. Irgendwo zwischen Tragik, Drama und Komödie angesiedelt, liefert die Romanverfilmung von Jesse Peretz nach Vorlage von Nick Hornby keine einzigartige, aber liebenswerte Unterhaltung. Denn die Geschichte eines abgehalfterten Rockstars, der sich noch einmal zurück ins Rampenlicht kämpft, ist nicht neu. Von Hawke aber nichtsdestotrotz sehenswert dargeboten.

"Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen", 15. November

Am Ende des ersten Films wurde der mächtige Dunkle Zauberer Gellert Grindelwald (Johnny Depp) mit der Hilfe von Newt Scamander (Eddie Redmayne) festgenommen. Doch Grindelwald macht seine Drohung wahr und entkommt dem Gewahrsam. Er schart ein Gefolge um sich, das seine wahren Pläne nicht kennt: die Herrschaft reinblütiger Zauberer über alle nichtmagischen Wesen. Um Grindelwalds Pläne zu vereiteln, wendet sich Albus Dumbledore (Jude Law) an seinen ehemaligen Schüler Scamander, der seine Hilfe zusagt, ohne sich über die Gefahren im Klaren zu sein.

Newt Scamander (Eddie Redmayne) und Tina Goldstein (Katherine Waterston) setzen alles daran, Grindelwald (Johnny Depp) zu stoppen (Copyright: © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)

Einschätzung:

Endlich verschlägt es die Zuschauer wieder in die zauberhafte Welt des "Harry Potter"-Universums. So ganz wollte manch ein Fan zwar im Vorfeld noch nicht mit Jude Law als junger Dumbledore warmwerden, und auch an Johnny Depps Verpflichtung wurde sich zwischenzeitlich gestört. Dass "Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" aber eine Enttäuschung werden könnte, davon ist nicht auszugehen. Schlimmstenfalls Jammern auf magisch hohem Niveau.

"Suspiria", 15. November

Die junge Amerikanerin Susie Bannion (Dakota Johnson) kommt 1977 zum renommierten Markos Tanzensemble nach Berlin. Während Susie unter der revolutionären künstlerischen Leiterin Madame Blanc (Tilda Swinton) außergewöhnliche Fortschritte macht, freundet sie sich mit der Tänzerin Sara (Mia Goth) an. Als Patricia (Chloë Grace Moretz), ebenfalls Mitglied des Ensembles, unter mysteriösen Umständen verschwindet, kommt der Psychotherapeut der jungen Tanzschülerin, Dr. Josef Klemperer (Lutz Ebersdorf), einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Auch Susie und Sara ahnen, dass sich hinter der Fassade von Madame Blanc und ihrer Tanzschule unbarmherzige Hexen verbergen.

Susie Bannion (Dakota Johnson, Mitte) verschlägt es in eine sagenumwobene Tanzschule (Copyright: Amazon Studios)

Einschätzung:

"Suspiria" ist das lateinische Wort für Seufzer. Dass selbiger bei allen Zuschauern ausbleibt, darf bezweifelt werden. Das galt aber auch schon für Dario Argentos inzwischen längst zum Kultfilm gereiften Originalstreifen, dem Regisseur Luca Guadagnino nun mit Starbesetzung ein Update ins neue Jahrtausend spendiert. Vielleicht der am meisten polarisierende Film des Jahres, sicherlich aber des Monats. Doch alleine Tilda Swinton in ungewöhnlicher Doppelrolle ist es schon Wert, das Remake anzusehen. Denn so viel sei verraten: wirklich alle Figuren darin werden von Frauen gespielt!

"Verschwörung", 22. November

Zwar hat Lisbeth Salander (Claire Foy) sich von Mikael Blomkvist (Sverrir Gudnason) abgekapselt, dank ihrer Fähigkeiten als Hackerin weiß sie aber immer noch ganz genau, was der Journalist so treibt. Ganz nebenbei legt sie sich noch mit der NSA an und ist kurz davor, einer gewaltigen Verschwörung der US-Behörde und des Auslandsgeheimdienstes aufzudecken. Blomkvist wird derweil als Journalist nicht mehr so ernst genommen wie früher, weil er seinen Biss verloren hat. Doch als Frans Balder, einer der weltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird, ist seine journalistische Neugier wieder geweckt.

Lisbeth Salander (Claire Foy) legt sich mit der mächtigen NSA an (Copyright: © 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH)

Einschätzung:

Alles neu bei der Verfilmung von David Lagercrantz' gleichnamigen Buch "Verschwörung". Die indirekte Fortsetzung zu David Finchers "Verblendung" wartet mit Sverrir Gudnason ("Borg/McEnroe") statt Daniel Craig als Blomkvist und Claire Foy anstelle von Rooney Mara als Salander auf. Alleine die junge Queen aus "The Crown" als Goth-Hackerin bestaunen zu können, dürfte den Eintritt schon fast wert sein. Frau Foy landet nach "Aufbruch zum Mond" im November somit gleich zum zweiten Mal sehenswert im Kino! Und für Fans der Vorlage sollte der Streifen ohnehin ein Pflichttermin sein.


Bildrechte: © 2018 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

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