Bradley Coopers „A Star Is Born“ geht unter die Haut

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Bradley Coopers "A Star Is Born" geht unter die Haut

Der Hype um "A Star Is Born" ist groß. Der nächste Oscar-Favorit scheint gefunden. Doch hält Bradley Coopers Regie-Debüt, was es verspricht?

Der Traum von der großen Karriere

Jackson Maine (Bradley Cooper) ist ein alter Hase im Showbiz. Der Musik-Star zieht seine Auftritte mittlerweile in stoischer Routine und unter Einfluss von jeder Menge Alkohol durch. Er wirkt gelangweilt von seinem eigenen Ruhm. Bis er eines Nachts auf Ally (Lady Gaga) trifft. Die begabte Sängerin hat mit ihrem Traum von der Musikkarriere abgeschlossen. Doch nicht nur ihre Stimme fasziniert Jack. Zwischen den beiden entwickelt sich eine stürmische Romanze voller explosiver Kreativität, die Ally zur neuen Pop-Sensation macht. Ihr Aufstieg hat jedoch einen Preis. Jack stürzt immer weiter ab. Kann eine Tragödie verhindert werden?

Musik vom Feinsten

Jedes Jahr vor der Awards Season beginnt der sogenannte Oscar-Buzz, zu Deutsch in etwa die "Oscar Aufregung" oder "Oscar Begeisterung". Bereits nach den internationalen Filmfestivals von Cannes, Toronto und Venedig werden die ersten Filme als Favoriten für die Goldjungen im nächsten Jahr auserkoren. Im Herbst 2018 steht "A Star Is Born" an vorderster Front. Zuweilen verpufft der Oscar-Buzz schnell wieder. Doch Bradley Coopers Drama liefert ab.

Zwischen Jackson (Bradley Cooper) und Ally (Lady Gaga) knistert es (Copyright: Clay Enos / 2018 WARNER BROS. ENTERTIANMENT INC. AND METRO-GOLDWYN-MAYER PICTURES INC. ALL RIGHTS RESERVED)

Die Szenen, die besonders eindrucksvoll umgesetzt wurden, sind die Momente auf der Bühne. Dass Lady Gaga singen kann, ist kein Geheimnis. Sie jedoch so natürlich, verletzlich und ohne große Bühnenshow singen zu sehen, dürfte jeden Kinogänger beeindrucken. Hinzukommt, dass auch Cooper mit einer ungeahnten stimmlichen Präsenz aufwartet. Die Stimmen der beiden Stars harmonieren perfekt miteinander. Hier lohnt sich der Soundtrack, denn es wurden Original-Songs für den Streifen geschrieben. Ein extra Schmankerl für alle Fans.

Emotionen pur

Auch Sam Elliott (74, "The Big Lebowski") hinterlässt in seinen Szenen einen bleibenden Eindruck. Er spielt Bobby, den Bruder von Coopers Jackson Maine. Mit wenigen Blicken, Gesten und Worten wird ihre schwierige Beziehung zueinander deutlich. Wirklich eindrucksvoll. Wer sich noch daran erinnert, dass Bradley Cooper einst in der Serie "Alias" zu sehen war, kann sich über eine Mini-Reunion freuen: Sowohl Greg Grunberg (52, "Heroes") als auch Ron Rifkin (78, "Brothers & Sisters") stehen wieder mit Cooper vor der Kamera.

Sam Elliott (r.) spielt Bobby, den Bruder von Bradley Coopers Jackson (Copyright: Clay Enos / 2018 WARNER BROS. ENTERTIANMENT INC. AND METRO-GOLDWYN-MAYER PICTURES INC. ALL RIGHTS RESERVED)

Die Kameraführung begünstigt die schauspielerischen Leistungen zusätzlich und unterstreicht, dass die Figuren im Vordergrund stehen und nicht die Glitzer-Glamour-Welt der Stars. Großaufnahmen vermitteln noch mehr Emotionen. Unaufgeregt kommt "A Star Is Born" daher, ohne große Action, auch bei den Bühnenszenen vor Live-Publikum liegt der Fokus auf den Charakteren. Der Zuschauer ist hautnah am Geschehen dran, mittendrin im Gefühlschaos der Protagonisten. Hinzukommt das Thema Alkoholsucht, das schonungslos ehrlich dargestellt wird. Das Showbiz wird da fast zur Nebensache.

Fazit

Bradley Cooper ist ein eindringlicher Film gelungen, der tief bewegt und menschliche Abgründe wie Sternstunden punktgenau inszeniert. Vor allem die schauspielerischen wie musikalischen Performances von ihm und Lady Gaga überzeugen. Beide gehen aufs Ganze und zeigen Emotionen pur. Die gute Chemie zwischen ihnen und ihre Faszination füreinander sind zu jeder Minute spürbar. "A Star Is Born" geht unter die Haut. Ein würdiger Oscar-Favorit.

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