Allein die Wüste

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Es ist ein Gedanke, der viele Menschen nicht loslässt: Der Zivilisation einfach mal den Rücken kehren zu können. Nicht so radikal, wie es Aussteiger Christopher McCandless vormachte, der - Sean Penn erzählte es in "Into The Wild" - Anfang der 90er-Jahre mutterseelenallein im wilden Alaska sein Glück suchte ... und starb. Aber ein paar Wochen in einem Kloster leben oder in einer Berghütte hausen, um den Kopf frei zu kriegen - warum nicht? Doch wie lange dauert es, bis man beginnt, sich nach dem "wahren" Leben zurückzusehnen? Bis die Langeweile und das Heimweh zu groß werden? Ausgerüstet mit einem Zelt, 90 Flaschen Trinkwasser und Proviant für zwei Monate wagte Dietrich Schubert den Selbstversuch - in der Wüste Marokkos. Was er erlebte, zeigt die schlicht "Allein die Wüste" betitelte Dokumentation, die nun in die Kinos kommt.

Andächtig lässt der Grimmepreisträger "Frau Sony" über die karge Landschaft schweifen. Sinniert über die Berge um ihn, die Akazie über und die Tage vor ihm. Wie lang er Einsamkeit, Wüste und sich selbst ertragen kann, dass will Dietrich Schubert herausfinden. Ein interessantes Experiment - nur lässt sich daraus auch ein interessanter Film machen?

Viel passiert wahrlich nicht in den knapp 90 Minuten, auf die Schubert seinen Wüstenaufenthalt auf der Leinwand herunterbricht: Es stürmt oft und regnet kaum. Eine Maus und ein Vogel schauen täglich auf einen Besuch vorbei, Nomaden hingegen queren selten die Gegend, in der der Filmemacher sein Zelt aufschlug. Dennoch findet Schubert immer etwas, worüber er berichten kann - aus dem Off oder direkt vor der Kamera, leider meist etwas zu langatmig und monoton. Der gebürtige Görlitzer reißt etwa seine Vergangenheit als Flüchtlingskind im Allgäu an oder beginnt vor der Kamera Träume zu rekonstruieren, die ihn in der Nacht zuvor aufschrecken ließen. Sie sind erstaunlich gewaltsam, angesichts der friedlichen Landschaft, die Schubert umgibt.

Fünf Wochen hielt Schubert durch. Er stellt fest, dass der Aufenthalt in der Wüste das größte Abenteuer war, das er in seinem abenteuerlichen Leben bisher erlebte. Doch wieso er so empfindet, was er in diesen Wochen über sich selbst erfuhr, welche Schlüsse er aus dem Experiment zieht - das lässt er weitestgehend offen. Und damit die eigentlich interessanten Fragen unbeantwortet.


Filminfo

Filmbewertung akzeptabel
Filmname Allein die Wüste
Originaltitel
Starttermin 19.07.2012
Regisseur Dietrich Schubert
Genre Dokumentarfilm
Schauspieler
Schauspieler
Schauspieler
Entstehungszeitraum 2011
Land D
Freigabealter 0
Verleih Real Fiction Filme
Laufzeit 88 Min.

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Homepage Real Fiction Filme
Annekatrin Liebisch,
teleschau - der mediendienst

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