"Wenn es ums Heiraten geht", behauptet Justin Zackham, "tun die Leute verrückte Sachen, die sie zu jedem anderen Zeitpunkt in ihrem Leben für absurd halten würden." Er selbst sei während seiner anderthalbjährigen Hochzeitsvorbereitungen "durch die Hölle gegangen". War es für den Regisseur also eine therapeutische Maßnahme, sich in seiner nächsten Komödie ausgerechnet dem Thema Heiraten zu widmen? Oder ist "The Big Wedding" eher als Abrechnung zu verstehen, wenn nicht sogar als Warnung? Gewarnt sei jedenfalls das Publikum - allerdings mehr vor der oberflächlichen Inszenierung der stargespickten Komödie als vor dem Gang zum Altar. Die Hochzeit von Alejandro (Ben Barnes) und Missy (Amanda Seyfried) steht kurz bevor - und zur großen Feier ist neben Alejandros amerikanischer Adoptivfamilie auch dessen leibliche Mutter (Patricia Rae) aus Kolumbien eingeladen. Und weil die von Alejandro stets im Glauben gelassen wurde, ihr Sohn sei in einer intakten, katholischen Vorzeigefamilie aufgewachsen, überrascht der Bräutigam seine Zieheltern mit einer ungewöhnlichen Bitte: Während der Feierlichkeiten sollen Don (Robert De Niro) und Ellie (Diane Keaton), glücklich geschieden seit zehn Jahren, doch vorübergehend bitte wieder Ehepaar spielen. Nicht nur Bebe (Susan Sarandon), die erfrischenderweise gar nicht böse Stiefmutter der Familie, ist von dieser Idee alles andere als begeistert. Als der Schweizer Jean-Stéphane Bron jene Geschichte 2005 in seiner Komödie "Wie eine richtige Familie" erzählte, wirkte er in Bezug auf die Aussage, die sein Film haben sollte, nur ein wenig unsicher. Nachahmer Justin Zackham scheint hingegen völlig ahnungslos: Will er nun das klassische Familienbild persiflieren und ein modernes propagieren? Sind religiöse Differenzen oder gar rassistische Vorurteile der Knackpunkt? Oder geht es tatsächlich ums Heiraten und den damit verbundenen Wahnsinn? Statt die Motive und Meinungen der Charaktere herauszuarbeiten, die direkt an der Charade beteiligt sind, verzettelt sich Zackham lieber mit verzichtbaren Nebenhandlungen und -figuren, die das Ansinnen, das der Film vielleicht einmal hatte, völlig verschwimmen lassen. Dabei scheinen ihm Nebencharaktere wie Alejandros Adoptivbruder Jared (Topher Grace) oder Alejandros ebenfalls angereiste leibliche Schwester Nuria (Ana Ayora) noch nicht einmal sonderlich am Herzen zu liegen: Sie werden von wichtigeren Figuren nur flüchtig charakterisiert und dürfen sich dann den Rest des Films lang komplett gegensätzlich zu jener dürftigen Personenbeschreibung verhalten. Was dem Publikum womöglich ganz entginge, wenn Zackham nicht auf diesem plumpen Wege versuchen würde, dem Film noch eine Art Sexappeal zu verleihen, die eher der "American Pie"-Reihe als einem Ensemblefilm mit Diane Keaton, Robert De Niro, Susan Sarandon und auch noch Robin Williams gestanden hätte. Wie also konnte Justin Zackham so viele Stars für seine Komödie gewinnen? Vermutlich spielte ihm in die Karten, dass Rob Reiner aus seinem Drehbuch zu "Das Beste kommt zum Schluss" einen ganz ordentlichen Film mit Jack Nicholson und Morgan Freeman machte. Mit großer Wahrscheinlichkeit las sich auch das Skript zu "The Big Wedding" witziger, als die Komödie letztlich geraten ist. Spitzen und Pointen sind in den Dialogen nämlich durchaus rauszuhören - Zackham versteht nur nicht, sie effektvoll zu inszenieren. Und das ist eigentlich der größte Vorwurf, den man dem NYU-Film-School-Absolventen machen kann: Es wäre verzeihlich, dass seiner Komödie sowohl der Mehrwert als auch ein aufrichtiges Interesse an den Figuren fehlt. Wenn sie eben lustig genug wäre, davon abzulenken.
Plant da jemand einen Image-Wechsel? Zac Efron ("The Lucky One - Für immer der Deine"), bislang eher in Komödien und Dramen beheimatet, dreht demnächst den Thriller "Narc", in dem er einen College-Studenten spielt, der von der Polizei als Undercover-Schnüffler rekrutiert wird. Dank dieses Arrangements muss der Kopf einer Studentenverbindung nicht wegen eines Drogenvergehens ins Gefängnis. Fortan führt er ein Doppelleben und trägt dazu bei, Kriminelle dingfest zu machen. Die Story soll insgesamt ein wenig an den Thriller "Donnie Brasco" (1997) mit Johnny Depp und Al Pacino in den Hauptrollen erinnern. Wer bei "Narc" Regie führt und wann die Dreharbeiten beginnen, ist noch nicht bekannt. Der Film ist nicht der einzige Thriller mit Efrons Beteiligung: An der Seite von Amber Heard steht er demnächst für "Autobahn" vor der Kamera.
Bei "Django Unchained" machte Haudegen Kurt Russell ("Death Proof - Todsicher") noch einen Rückziehr, doch nun verschlägt es ihn dank "Bone Tomahawk" doch noch in den Wilden Westen. Welchen Part Russell übernimmt, ist noch nicht klar. Seine Co-Stars stehen hingegen bereits fest: Peter Sarsgaard ("Robot & Frank"), "Dexter"-Star Jennifer Carpenter und "Justified"-Revolverheld Timothy Olyphant werden ebenfalls in dem Film, mit dem Schriftsteller und Drehbuchautor S. Craig Zahler sein Regiedebüt gibt, zu sehen sein. Die Story handelt von einem Outlaw, der unwissentlich eine Gruppe Kannibalen in die Westernstadt Bright Hope mitbringt. Die Wilden entführen daraufhin einige Siedler, was eine Gruppe Retter auf den Plan ruft. Sie nehmen die Verfolgung auf, um die Geiseln zu befreien.
Heidewitzka. Hat man so was schon gesehen?! Hat man natürlich nicht. Lange Zeit standen diese Herren schließlich, jedenfalls bei ihren Kinoauftritten, in Konkurrenz. Nun jedoch ist klar: Die jungen Actionhelden drängen nach.